Instagram, Snapchat, LinkedIn & Co. Soziale Medien bieten uns die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und unser geschäftliches Netzwerke zu erweitern. Sie ermöglichen uns grenzenlos scheinendes Wissen aufzusaugen, unsere Erfahrungen zu teilen, oder am Leben anderer Personen teilzuhaben. Sie dienen als Informationskanal, Unterhaltung und dem Aufbau von Verbindungen.
Psychologen zufolge sind soziale Medien deshalb so attraktiv, weil sie grundlegende menschliche Bedürfnisse wie das Zugehörigkeitsgefühl und Selbstwertgefühl erfüllen. Jeder möchte Teil von etwas Grösserem sein und das Gefühl haben, dass das eigene Handeln Bedeutung hat.
Trotz der vielen positiven Aspekte können soziale Medien auch Herausforderungen mit sich bringen. Wie bei so vielem müssen wir darauf achten, es zu unserem Vorteil und nicht zu unserem Nachteil zu nutzen.
Social Media in unserem Alltag
Zielgerichtetes Handeln erfordert klare Absichten. Doch oftmals öffnen wir eine unserer Social Apps, ohne es gross zu hinterfragen.
Wer kennt es nicht. Man bekommt von einem Bekannten ein Insta Reel zugesendet, ein TikTok via WhatsApp, und schon befindet man sich auf der befindlichen App.
Vielleicht ist uns auch einfach langweilig auf der Zugfahrt nach Hause und wir suchen ein wenig Ablenkung und Unterhaltung nach einem langen Arbeitstag. Unterbewusst gibt es oftmals mehrere Auslöser. Beispielsweise wenn wir uns einsam und frustriert fühlen und dem entfliehen wollen.
Forschungen zeigen, dass wir einen kleinen Endorphin-Schub erhalten (ähnlich wie nach intensivem Sport), wenn wir eine neue Nachricht bekommen. Über uns selbst zu sprechen aktiviert ebenfalls das Belohnungszentrum im Gehirn, was das Erzählen unseres Alltags noch verlockender macht. Mit Social Media haben wir ständig die Möglichkeit, online zu sein, Content zu konsumieren und unsere Erlebnisse und Gedanken zu teilen. Wenn etwas im Trend liegt, wollen wir es wissen. Wenn jemand etwas teilt, wollen wir es sehen. Und wenn wir mal pausieren, spüren wir den Druck, alles nachzuholen, sobald wir zurückkehren.
Mit einem Auge auf unserem Smartphone verpassen wir oft die Details unseres Lebens. Ironischerweise, während wir unsere Angst, etwas zu verpassen, bekämpfen.
Für manche, leider gar viele, ist Unachtsamkeit der Normalzustand. Denn es erfordert eine bewusste Anstrengung, achtsam mit sozialen Medien umzugehen, um proaktiv statt reaktiv zu sein.
Wenn wir achtsam sind, wissen wir, warum wir aktiv sind, und können aufhören, wenn wir unser Ziel erreicht haben.
Bewusstsein entwickeln
Um unsere Beziehung zu sozialen Medien zu ändern, müssen wir verstehen, was uns antreibt und warum. Ohne Selbstbewusstsein laufen wir Gefahr, den Bildschirmen und Feeds ausgeliefert zu sein, die uns zu sofortiger Befriedigung verlocken, während andere Optionen unseren tatsächlichen Bedürfnissen besser bekommen könnten.
Wir können beginnen, Selbstbewusstsein zu entwickeln, indem wir Grenzen für die Nutzung unserer Technologie setzen und unsere Absichten überprüfen, wenn wir uns dazu gedrängt fühlen, sie anders zu nutzen. Dies könnte bedeuten, sich nur zu bestimmten festgelegten Zeiten einzuloggen und zu hinterfragen, wenn wir uns zwischen diesen Zeiten zu unseren Geräten hingezogen fühlen.
Persönlicher Tipp: Regelmässig die Bildschirmzeit sowie die Nutzungszeit der einzelnen Apps überprüfen.
Fazit
Für viele gehört es zum Alltag, auf LinkedIn ihr berufliches Netzwerk zu erweitern, über WhatsApp und Instagram mit Bekannten in Kontakt zu bleiben und auf TikTok und YouTube Videos zu konsumieren. Sogesehen sitzen wir alle im selben Boot.
Wir bewegen uns durch eine wachsende Anzahl von Online-Tools und nicht selten fühlt sich womöglich ein jeder von uns mal etwas überwältigt, von der Vielzahl der Menschen und dem ständigen Strom an Informationen und Content, den wir tagtäglich verarbeiten müssen.
Soziale Medien können einen tiefgreifenden Einfluss auf unser Leben haben, wenn wir es zulassen. Doch die Macht eines jeden Werkzeugs liegt in den Absichten seines Benutzers.
Quelle: Manage Your Day-to-Day by Jocelyn K. Glei, Lori Deschene
Autorenhinweis: Der Inhalt dieses Beitrags wurde nur minimal verändert und bleibt weitestgehend dem Original treu.